1 year after the celiac diagnose
Wir waren im Urlaub, als das Telefon klingelte.
„Die Blutwerte ihrer Tochter sind da –das Ergebnis ist eindeutig – ihre Tochter hat Zöliakie!“
WUMS! Die Diagnose, traf uns mit voller Wucht auch wenn wir uns schon vor dem Anruf etwas damit beschäftigt hatten.
Die Eisenwerte unserer Tochter waren schon lange schlecht. Sie wuchs langsam, war oft müde und antriebslos. Bauchweh hatte sie nie geäußert und so hatten wir nie den Verdacht, dass es etwas mit der Ernährung zu tun haben könnte.
Nun war die Gewissheit da und es drängte sich schnell bei mir als Mutter ein schlechtes Gewissen auf „wieso habe ich das vorher nicht bemerkt?“. Wir waren wahnsinnig traurig und hatten auch Respekt vor den Veränderungen, die diese Diagnose mit sich bringt.
Unsere Tochter war damals 4 Jahre und wir haben ihr erklärt, was sich jetzt für sie ändere. Noch heute staunen wir darüber, wie sie die neue Situation ohne großes Murren angenommen hat.
Natürlich kann sie auch heute, 1 Jahr später nicht recht greifen, was es heißt, ein Leben lang Diät halten zu müssen. Aber sie weiß inzwischen sehr genau, was ihr gut tut und was passiert wenn sie wieder Gluten zu sich nimmt. Diese Situation gab es inzwischen schon ein paar Mal. Ihr Körper reagiert dann mit aller Kraft, als würde er sich gegen einen Eindringling wehren.
Andere, betroffene Eltern hatten uns damals gesagt: „Ihr werdet sehen, wie sich ihre Stimmung zum Positiven verändern wird.“ Und sie hatten recht. Heute – ein Jahr später – sind wir erschöpft, aber glücklich. Unsere Tochter ist energiegeladen und voller Lebensfreude. Sie tobt, lacht, wächst. Und sie überrascht uns immer wieder.
Sie teilt gern ihr Essen und klärt andere darüber auf, was sie essen darf und was nicht. Die Kinder aus ihrer Kindergartengruppe sind super aufmerksam und neugierig …sie empfinden es als etwas Besonderes. Ihre Freundin wollte jetzt sogar ihren Geburtstag glutenfrei feiern. So etwas freut uns dann riesig.
Unsere Tochter ist inzwischen ein kleiner Lebensmittel-Experte – und unser schärfster Kritiker, wenn es um Sauerteigbrot geht. Sie ist unsere antreibende Kraft,
den Genuss nie aus den Augen zu verlieren und das die viele Kraft die in den täglichen Aufwand fließt immer lohnenswert sein wird!